Online Buchung

Wählen Sie Ihren gewünschten Reisezeitraum um online zu buchen oder unverbindlich anzufragen.

Inhalt
Frau hustet

Ab wann spricht man von Raucherhusten?

© pathdoc, Adobe Stock

Chronischen Husten bei Rauchern wirksam behandeln

Viele Raucher kennen das: Besonders am Morgen leiden sie unter unangenehmen Hustenanfällen. Der Volksmund spricht gleich von „Raucherhusten“. Was aber steckt hinter anhaltendem Husten und Atemnot bei Rauchern und wie kann der Arzt helfen? Dr. Sebastian Fahrngruber, ärztlicher Leiter des Physikariums im EurothermenResort Bad Ischl, kennt die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
 

Brennende Zigarette

© vchalup, Adobe Stock

Herr Dr. Fahrngruber, danke, dass Sie sich Zeit nehmen, um das Krankheitsbild, das gemeinhin als Raucherhusten bezeichnet wird, zu erklären. Was steckt denn eigentlich hinter dem dauernden Husten?

Raucherhusten ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für verschiedene Symptome, die bei Rauchern auftreten. Ungefähr ein Drittel aller langjährigen Raucher sind davon betroffen.

Die Probleme reichen vom quälenden Husten am Morgen und bei körperlicher Belastung über Atemnot bis zur Entwicklung einer chronisch obstruktiven Bronchitis, einer schweren Erkrankung der Lunge, die als COPD (Anm.: chronic obstructive pulmonary disease) bezeichnet wird.
 

Die Ursache für Raucherhusten ist also jedenfalls das Rauchen über einen längeren Zeitraum?

Ja, das ist richtig. Der Raucherhusten, der den Patienten beeinträchtigt, entsteht schleichend über mehrere Jahre hinweg. Die meisten Raucher akzeptieren den Husten bzw. beachten ihn nicht, bis er im Alltag zum Problem wird. Soll heißen, die Patienten leiden vermehrt unter Infekten der Atemwege, unter der beschriebenen Atemnot, haben Schmerzen im Brustkorb, müssen sich beim Husten erbrechen oder produzieren beim Atmen ein pfeifendes Geräusch. Das Schlimme ist: auch Passivrauchen kann zu einem Raucherhusten führen. Das heißt, dass Partner und Kinder von Rauchern, die im selben Haushalt leben, oder zum Beispiel Mitarbeiter in der Gastronomie gefährdet sind.
 

Was genau bewirkt der Rauch von Zigaretten oder Zigarren in den Atemwegen? Welche Schäden werden durch anhaltendes Rauchen verursacht?

Zunächst muss man verstehen, wie die Atemwege funktionieren. Dass die Schleimhaut Schleim produziert, ist normal und auch ihre Aufgabe. Mit dem Sekret werden Stoffe, die da nicht hingehören, abtransportiert. Bei Erkältungskrankheiten wird ja auch mehr Schleim produziert. Beim Raucherhusten ist es so, dass die Flimmerhärchen, die für den Abtransport zuständig sind, gelähmt, geschädigt und schlussendlich zerstört werden.

Jetzt lesen: Information für in Österreich Versicherte!

Die schädlichen Substanzen können nicht mehr nach außen transportiert werden. Der Schleim sammelt sich an, da die Sekretmobilisierung nicht funktioniert. Das Krankheitsbild ist das einer chronischen Bronchitis. Weitere Folgen des Rauchens sind eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen, nicht nur in der Lunge sondern auch in der Blase.

Arzt hört Lunge ab

© Ralf Geithe, Adobe Stock

Das heißt, die Spätfolgen eines nicht behandelten Raucherhustens sind fatal!

Ja, das kann man so sagen. Es gibt nur einen Weg, diese chronische Erkrankung zu behandeln, das ist zunächst die nachhaltige Raucherentwöhnung. Das Rauchen ist ja nicht nur eine schlechte Angewohnheit, sondern auch eine ernstzunehmende Suchterkrankung. Der Körper hat sich über Jahre an die Zufuhr von Nikotin gewöhnt.

Das Rauchen voll und ganz zu lassen, ist eine körperliche, aber auch mentale Leistung, die der Patient erbringen muss, will er seine Gesundheit wieder auf Vordermann bringen.
 

Herr Dr. Fahrngruber, welche Therapien empfehlen Sie Ihren Patienten, damit diese – natürlich begleitend zu einer Raucherentwöhnung – ihre Gesundheit rasch verbessern können?

Wir setzen erfolgreich auf die Therapie mit Sole. Diese Inhalationstherapie wird täglich im Wechsel als Kabinen- und Maskeninhalation durchgeführt. Bei der Maskenanwendung wird zusätzlich Ultraschall eingesetzt, damit die positiven Wirkstoffe der Sole noch tiefer eindringen können. 
Die Sole spaltet den Schleim, lockert diesen und erleichtert das Abhusten. Zusätzlich wirkt die Sole entzündungshemmend, die Atemwege werden befeuchtet und besser durchblutet. 
 

Mit dem Rauchen aufhören

© mbruxelle, Adobe Stock

Gibt es einen Punkt, an dem eine Heilung des Raucherhustens bzw. dieser Form der chronischen Bronchitis nicht mehr möglich ist?

Wenn die Atemwege durch das Rauchen schwer und dauerhaft geschädigt sind, ist eine vollständige Rehabilitation nicht mehr möglich. Es ist sehr wichtig, dass Raucher schon die ersten Anzeichen ernst nehmen und ihren Hausarzt aufsuchen.

Am besten ist es natürlich, gar nicht mit dem Rauchen anzufangen.