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Ruinen und Burgen im Salzkammergut

Burgen und Ruinen im Salzkammergut

Auf den Spuren des Mittelalters rund um Bad Ischl

@ Adobe Stock, alexpolo

Auf den Spuren des Mittelalters rund um Bad Ischl

Das Salzkammergut ist mit seinen majestätischen Bergen, glasklaren Seen, märchenhaften Klammen und bezaubernden Städtchen eine der anziehendsten und vielfältigsten Urlaubsregionen der Welt. Die Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts prägten eine besonders wild-romantische Vorstellung dieses pittoresken Landstrichs; so passen die verfallenen Burgen und Ruinen bis heute wunderbar ins Bild. Begeben Sie sich mit uns auf Spurensuche!

Babenberger und Habsburger bestimmten die Geschichte und damit das Geschick des Salzkammerguts durch die Jahrhunderte. Lange Friedenszeiten und das nicht allzu intensive Interesse streitbarer Mächte ließen das Salzkammergut prosperieren. Auf der Suche nach Burgen stellt man rasch fest, dass es von diesen hier nicht allzu viele gibt, ganze Landstriche kommen ohne Befestigungen aus. Dafür finden sich umso mehr Kirchen, Jagd- und Lustschlösser, Villen und Herrensitze. Die Reste der einst stolzen Burgen liegen allerdings an landschaftlich ganz besonders schönen Orten und sind daher unbedingt einen Besuch wert. 

Der Fuschlsee in der Nähe von Salzburg im Sommer

@ Adobe Stock, naturenow

Ruine Wartenfels am Fuschlsee

Nördlich des strahlend blauen, tiefen Fuschlsees liegt auf einem nach drei Seiten senkrecht abfallenden Felsenkamm die Ruine Wartenfels. Deren Gründung reicht ins Jahr 1259 zurück, die Bauernkriege des 16. Jahrhunderts überlebte sie aber nicht. Angeblich hatte sich Paracelsus 1514 auf der Burg Wartenfels aufgehalten! Bergfried und Zwinger mit dem inneren Burgtor sind gut erhalten und man kann sich ein schönes Bild vom ursprünglichen Aussehen machen. Die Ruine Wartenfels, die zu den schönsten Aussichtspunkten im Salzkammergut zählt, ist zu Fuß über die Seepromenade und auf einem Waldweg gut erreichbar; im Forsthaus Wartenfels kann man gemütlich einkehren.

Ruine Wildenstein in Bad Ischl

Im Urlaub in Bad Ischl kann man die Reste der Burg Wildenstein erkunden, die sich am Fuße des Hausbergs Katrin befinden. Die Gründung der Burg, die übrigens die Einzige im Inneren Salzkammergut war, erfolgte im 11. oder 12. Jahrhundert. Sie bewachte die alte Eisenstraße ins wildensteinische Holz. Die aus Hoch- und Niederburg bestehende Anlage, die auf einem Felssporn thront, war zweifellos beeindruckend!

Vom Jahr 1419 an war die Burg der Sitz des kaiserlichen Pflegers; 1715 brannte sie allerdings zum zweiten Mal nieder und wurde dem Verfall überlassen. Der Legende nach war die Burg Wildenstein eine Raubritterburg, was aber nicht stimmt. Trotzdem kann man sich an diesem Ort der romantischen Raubritteridee hingeben.

Ruine Pflindsberg bei Altaussee

Wenn es um die Burg Pflindsberg geht, dann auch um kriegerische Auseinandersetzungen. Die Burg, die Mitte des 13. Jahrhunderts von Philipp von Spanheim erbaut wurde, diente der Festigung seines Machtanspruchs im Salzkammergut. Als größter mittelalterlicher Wehrbau im Ausseerland schützte sie Bergwerk, Saline und die Straße über den Pötschenpass. Im 15. Jahrhundert hatte der Burgherr sogar die hohe Gerichtsbarkeit in der Herrschaft Pflindsberg inne. Das bedeutet unter anderem, dass er Todesurteile aussprechen durfte.

Im Jahr 1755 verließ der letzte Bewohner die Burg Pflindsberg, die schon wenige Jahre darauf verfallen war. Heute führen verschiedene Wanderwege von Altaussee hinauf zur malerischen Ruine, von der man einen großartigen Ausblick auf das Ausseerland genießt.

Altausee, der idyllische Vorort der Alpen

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Ruine Seisenburg in Pettenbach

Auch der nächste Ausflugstipp liegt im Almtal, am Fuß des Pernecker Kogels. Die 1329 erstmals urkundlich erwähnte Burg ging 1518 in den Besitz der Herzöge von Österreich über, danach wechselten die Besitzer häufig. Im 17. Jahrhundert erlebte die Burg mit dem Umbau zum Renaissanceschloss einen Höhepunkt, bevor sie in den 1940er Jahren zusehends verfiel, da nötige Restaurierungen nicht mehr vorgenommen werden konnten. Die Ruine Seisenburg, auf einer Anhöhe von 739 Metern gelegen, ist ein recht anschauliches Relikt ihrer einstigen Pracht und Größe.

Ruine Scharnstein im Almtal

Dem landschaftlich besonders reizvollen Almtal sollten Sie unbedingt einen Besuch abstatten und bei der Gelegenheit nicht nur beim Welfenschloss Cumberland vorbeischauen. Der Grundstein für die Burg Scharnstein wurde im 12. Jahrhundert durch die Grafen von Rebgau gelegt, 1499 ging es, wie viele andere Besitzungen, durch Kauf an den Habsburger Kaiser Maximilian I.

Die wehrhafte Anlage war von einem Burggraben umgeben, der nur mithilfe einer Zugbrücke überwunden werden konnte. Dicke Mauern mit Schießscharten und ein mächtiger Bergfried verliehen der Burg ein imposantes Äußeres. Leider brannte die Burg Scharnstein 1538 ab, seither fristet sie ihr Dasein als – immerhin sehenswerte! – Ruine.

Burgruine Scharnstein im Almtal

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Ruine Wildenegg am Irrsee

Der letzte Ruinenbesuch führt uns ins Mondseeland, genauer an den malerischen Irrsee. Auf einer Anhöhe am Kolomansberg, am Westufer des Sees, finden sich die spärlichen Überreste eines Turms und der Umfassungsmauer der einstigen Burg.

Diese entstand im 12. Jahrhundert mit der Errichtung der Herrschaft Wildenegg. Spätestes 1611 wurde die Burg aber verlassen, verfiel und wurde niemals mehr aufgebaut. Der steile Aufstieg lohnt sich dennoch allemal, denn der Wildenegger Erlebnisweg ist eine wunderschöne Möglichkeit, diesen reizvollen Teil des Salzkammerguts zu erkunden.

Wenn Sie jetzt enttäuscht sind, dass es rund um Bad Ischl keine „richtigen“ Burgen mit Wappensälen, Rüstungen, Wehrgängen und Kanonen gibt, dann empfehlen wir Ihnen eine Fahrt nach Werfen. Die imposante mittelalterliche Wehrburg Hohenwerfen, die hervorragend erhalten ist und ganzjährig besichtigt werden kann, liegt zwar nicht mehr im Salzkammergut, aber auch nur knapp daneben. Viel Vergnügen!